Salon de la Critique

Salon de la Critique - Greifswald
Wir sind nicht neutral!

Salon de la Critique - Greifswald

Salon de la Critique in Greifswald: Links-emanzipatorisch ausgerichtete Veranstaltungen, Gespräche, Kultur gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, insbesondere gegen jeden Antisemitismus

29. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Koeppenhaus Greifswald
Stefan Grigat: Der Antisemitismus der Ajatollahs - Die Struktur des iranischen Regimes, der Hass auf Israel und die deutsche Iran-Politik

Die Politik des iranischen Regimeş und seiner Verbündeten
sind nur zu verstehen, wenn man den antisemițischen Kern
der Ideologie der iranischen Machthaber und der
Terrorarmeen an den Grenzen Israels in das Zentrum der
Analyse rückt und sich die Machtstruktur der ,,Islamischen
Republik" vergegenwärtigt.
Der Vortrag wird die militärische Antwort Israels auf die
Massaker vom 7. Oktober skizzieren und die
Mitverantwortung der deutschen Nahost- und Iran-Politik für
den Überfall auf israel diskutieren.
Es soll gefragt werden, inwiefern die Bündnispolitik Israels
im Rahmen der Abraham Accords ein Gegengewicht zur
iranischen Achse des antisemitischen Terrors schaffen kann,
inwiefern die israelischen Schläge gegen das iranische
Regime, sein Nuklearwaffenprogramm und seine
Verbündeten in der Region als praktizierte
Antisemitismuskritik zu verstehen sind und ob sie die
Voraussetzung für eineVerbesserung der Situation im Nahen
und Mittleren Osten darstellen.
Stephan Grigat ist Profesşor für Theorien und Kritik des
Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-
Westfalen (katho) und Leiter des Centrum für Antisemitismus-
und Rassismusstudien CARS in Aachen und Köln. Er ist Autor
von ,Vom Antijudaismus zum Hass auf Israel: Interventionen
zur Kritik des Antisemitismus" (Barbara Budrich 2025 und
gemeinsam mit Karin Stögner Herausgeber von ,Projektiyer
Antizionismus: Antisemitismus gegen Israel vor und nách dem
7. Oktober" (Nomos 2025).

12. und 13. November 2026, 19.30 Uhr,
Jacobikirche Greifswald:
NIE WIEDER JETZT!
Ein Schauspiel mit Musik über ANNE FRANK und das Leben im Hinterhaus

Anne Franks Schriften gehören zu den eindrücklichsten Zeugnissen des 20. Jahrhunderts. Geschrieben von einem jungen Mädchen, das während der Zeit des Nationalsozialismus vor der Verfolgung fliehen musste und sich versteckt hielt, erzählt es von Hoffnung und Angst, von Sehnsucht und Enge, von Träumen und einer Jugend, die viel zu früh zerstört wurde.
Gerade in der heutigen Zeit ist es von groẞer Bedeutung, Anne
Franks Geschichte lebendig zu halten. In Deutschland und Europa sind antisemitische Ressentiments, rechtsextreme Strömungen und demokratiefeindliche Bewegungen wieder verstärkt sichtbar geworden. Annes Stimme erinnert uns daran, dass hinter abstrakten Zahlen und historischen Fakten Menschen mit Gesichtern, Gefühlen und Hoffnungen stehen. Sie mahnt uns, wachsam zu bleiben, und macht uns bewusst, welcheVerantwortung jede Generation für das Zusammenleben in Vielfalt und Respekt trägt.
In unserer Theaterfassung rücken wir die Gefühlswelt der jungen Menschen in den Mittelpunkt. Anne, Margot und Peter stehen stellvertretend für eine Generation, deren Jugend durch Verfolgung und Angst geprägt war - und die dennoch voller Sehnsucht, Träume und Lebensmut blieb.
Die Vorführungen sind kostenlos. Trotzdem bitten wir um
Ticketreservierungen unter: https://pretix.eu/Sdlc/SAF/
Im Rahmen der Veranstaltung könnt ihr aktiv einen Beitrag gegen das Bezahlkartensystem für Geflüchtete leisten! Weitere Infos: hgwhilft.de/bezahlkarte

Vergangene Veranstaltungen:

28. Mai 2026, 19.30 Uhr,
Koeppenhaus Greifswald:
Maria Kanitz: Lauter Hass
Antisemitismus als popkulturelles Ereignis
Lesung und Gespräch

Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren - etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore - zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen*Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.

29. Januar 2026, 19.30 Uhr,
Koeppenhaus Greifswald:
Nicholas Potter & Anastasia Tikhomirova:
 Antisemitismus in der Klimabewegung
- Diskussion

Der Mitbegründer der Klimabewegung "Extinction Rebellion" relativiert in großen Zeitungen die Shoah, manche Fridays-for-Future-Aktivist:innen feiern palästinensische Terrorist:innen als Ikonen und eine antiimperialistische Jugendgruppe ruft zur „Klimaintifada“ auf. Mittlerweile versucht BDS, die antiisraelische Boykottbewegung, auch das Thema Klimaschutz zu kapern.
Klar ist: Auch in der Klimabewegung gibt es immer wieder antisemitische Vorfälle. Gleichzeitig werden Antisemitismus-Vorwürfe vom rechten Rand instrumentalisiert, um die Klimabewegung als Ganzes zu diskreditieren. Aber es gibt auch Stimmen in der Klimabewegung, die sich konsequent und glaubhaft gegen jeden Antisemitismus positionieren.

28. November 2025, 19 Uhr,
Koeppenhaus Greifswald:
Julia Pustet liest aus ihrem Roman:
Alles ganz schlimm

Laut, schnell, leise – ein pulsierender Roman, der den exakten Ton trifft und: süchtig macht „Alles ganz schlimm“ ist Drama, Schmerz, Humor und ein tiefer Blick in die Dynamiken und Zerwürfnisse unserer Zeit. Mitreißend und pointiert liefert Julia Pustet die Geschichte einer Frau, die sich mit der ganzen Welt konfrontiert – um am Ende nur wieder bei sich selbst anzukommen. Sie dehnt darin, manchmal sachte, manchmal unsanft, die Grenzen der Diskurse und Beziehungen, die wir führen, aus. Der Roman erzählt von Feminismus, Politisierung und Privilegien, von tiefgehenden Freundschaften und aufschürfenden Familienkonstellationen – ein kompromissloses Debüt zwischen Härte und Leichtigkeit!

8. November 2025, 19 Uhr,
Koeppenhaus Greifswald:
Merle Stöver & Konstantin Nowotny:
Zwei Jahre 7. Oktober -
Antisemitismus in linken Subkulturen

In den zwei Jahren, die seit dem Hamas-Überfall auf die Menschen im Süden Israels vergangen sind, hat Antisemitismus weltweit neue Dimensionen angenommen. Zwischen Sprüchen wie „Globalize the Intifada“ und „Palestine is a feminist issue“, Performances, bei denen blutige Hände in die Höhe gestreckt werden, Besetzungen und Protestcamps und dem Boykott israelischer Künstler*innen und Akademiker*innen bleibt für Jüd*innen kaum ein sicherer Ort. 
In ihren Impulsvorträgen werfen Konstantin Nowotny und Merle Stöver einen Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Monate und die antisemitische Mobilisierung in linken Subkulturen.

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